Libyen

Alle Videos - Libyen

Libyen: Die Frage der Stämme

Um einen neuen Staat zu bilden, muss Libyen die etwa hundertvierzig Stämme vereinen, aus denen sich die Gesellschaft zusammensetzt. Während der Herrschaft von Muammar Gaddafi wurde das Land von einer Koalition der Clans regiert. Ein Spiel von Bündnissen zwischen drei großen Stämmen – die Warfalla im Osten, die Kadhadhfa im Zentrum und die Megariha im Westen – strukturierten die politische Landschaft.

Libyen hatte in der Tat nie einen wirklichen „Staat“, Gaddafi bestätigte übrigens, kein „Präsident“ gewesen zu sein, als die Demonstranten seinen Rücktritt forderten. In diesem Land, das keine Verfassung und keine effizienten politischen Institutionen besitzt, muss also alles neu erstellt werden. Um einen Übergang zur Demokratie zu garantieren, wird der Übergangsrat CNT die Stämme mit einbeziehen müssen, die das alte Regime unterstützt hatten, und diese vor eventuellen Übergriffen der Siegerclans schützen.

Die neue Amtsgewalt könnte sehr schnell mit Instabilität von Politik und Sicherheit konfrontiert werden, die von den Stämmen ausgelöst wird, die sich benachteiligt fühlen. Die große Gefahr besteht darin, dass ein Szenario wie im Irak entsteht, wo die Funktionäre des alten Regimes systematisch aus den neuen Strukturen des Landes herausgedrängt wurden.