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Syrien: Die vererbte Republik

Syrien nimmt in der Geopolitik des Nahen Ostens eine besondere Rolle ein. Regiert von der Gemeinschaft der Aleviten (eine aus dem Schiismus hervorgegangene Sekte) und mit Teheran verbündet, stellt Syrien den Zugang des Irans in die arabische Welt dar. Und die Nähe zu Israel lässt jede Destabilisierung gefährlich werden.

Damaskus sieht sich heute mit noch nie da gewesenen Protesten der Bevölkerung konfrontiert. Ganze Teile der Gesellschaft (vor allem die junge Generation, die jil el jadid ) lehnen dieses gewalttätige und korrupte Regime ab, das seit fünf Jahrzehnten an der Macht ist. Aber der Präsident Baschar el-Assad, der nach dem Tod seines Vater im Jahr 2000 „die Republik geerbt hat“, möchte nicht loslassen und wird von einem extrem effizienten Sicherheitsapparat gestützt.

Sein laizistisches baasistisches Militärregime positioniert sich als Schutzwall gegen den Islamismus, der in der syrischen Bevölkerung mit einer sunnitisch-muslimischen Mehrheit sehr präsent ist. In diesem Kontext ist die Position der Minderheiten, vor allem der Aleviten, Drusen und Christen zweischneidig. Das syrische Regime hat sie in ihrem Spielchen um die Verteilung der Macht oft gegenüber den Sunniten favorisiert.