<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>
<channel>
	<title>Le monde arabe en révolution &#187; Notizen aus Syrien &#8211; Blog</title>
	<atom:link href="http://monde-arabe.arte.tv/de/category/journal-2-0-de/notizen-aus-syrien-blog/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://monde-arabe.arte.tv/de/</link>
	<description>Un site utilisant WordPress</description>
	<lastBuildDate>Mon, 04 Feb 2013 18:44:20 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Rima Marrouch: &#8220;Der harte Kampf um ein neues Syrien&#8221;</title>
		<link>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-der-harte-kampf-um-ein-neues-syrien/</link>
		<comments>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-der-harte-kampf-um-ein-neues-syrien/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Nov 2012 10:30:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>st-multimedia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen aus Syrien - Blog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://monde-arabe.arte.tv/?p=24068</guid>
		<description><![CDATA[BLOG &#8211; Weite Teile Syriens stehen seit Monaten nicht mehr unter Kontrolle der Regierung, aber auch in den befreiten Gebieten fehlt es den Syrern an Lebensnotwendigem, und noch immer drohen Bombenkampagnen durch die Regierung. Auch ohne Regierungskontrolle ist die Lebensrealität im Krieg hart. In Kafranbel findet täglich ein Exodus statt: Jeden Morgen brechen die Bewohner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>BLOG &#8211; Weite Teile Syriens stehen seit Monaten nicht mehr unter Kontrolle der Regierung, aber auch in den befreiten Gebieten fehlt es den Syrern an Lebensnotwendigem, und noch immer drohen Bombenkampagnen durch die Regierung. Auch ohne Regierungskontrolle ist die Lebensrealität im Krieg hart.<span id="more-24068"></span></strong></p>
<p>In Kafranbel findet täglich ein Exodus statt: Jeden Morgen brechen die Bewohner auf und kehren erst nachts zurück, wenn über der Stadt keine Flugzeuge mehr kreisen. Dr. Mohammad betreut die Verwundeten und führt täglich vier bis acht Operationen durch, pro Tag kommen 50 neue Patienten hinzu. Früher sah man in dem kleinen Krankenhaus auf dem Land nur gelegentlich Verletzungen und nur selten Komplikationen. Heute behandelt Dr. Mohammad Kriegsverletzungen unter schwierigsten Bedingungen, ohne medizinische Grundausstattung und die nötigsten Medikamente. <em>“Einmal musste ich einen Patienten in die Türkei schicken, weil ich kein Methylprednisolon mehr hatte – dieses Medikament wird Patienten mit Rückenmarksverletzungen verabreicht&#8221;</em>, erzählt er. Kafranbel ist inzwischen berühmt für seine witzigen Slogans und Banner, aber Humor ist nur ein vorübergehender Trost angesichts der Belagerung.</p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/mur_page.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-24027" title="mur_page" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/mur_page.jpg" alt="" width="600" height="337" /></a></p>
<p>In Jerablous, einer anderen Stadt am Grenzübergang zur Türkei werden Autos mit Waren für den Winter gefüllt, mit Elektro- und Kerosin-Heizöfen und Decken. Die Fahrer sind keine humanitären Helfer, sondern Händler, die vor der Krise selbständig waren. <em>“Früher kamen wir nie zum Einkaufen in die Türkei. Es war billiger, in Syrien einzukaufen. Aber jetzt sind die Straßen wegen des Kriegs abgeschnitten, deshalb müssen wir uns dort eindecken und die Waren zu Hause verkaufen&#8221;</em>, erzählt Abu Ahmed, ein Fahrer, der die Grenze täglich mit neuen Waren überquert.<br />Jarabulus, eine Kleinstadt an der Grenze mit rund 25.000 Einwohnern, beherbergt heute 20.000 Flüchtlinge aus dem ganzen Land, von Homs bis Idlib. Vor Ort gibt es keine humanitären Hilfsorganisationen. Die in zwei Schulen auf engstem Raum untergebrachten Menschen sind sich selbst überlassen.</p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/Rima6_enfants.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-24021" title="Rima6_enfants" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/Rima6_enfants.jpg" alt="" width="600" height="337" /></a></p>
<p>Die Kinder spielen Krieg &#8211; sie verkleiden sich als Soldaten, entweder von der Opposition oder von der Regierung. Eine Frau aus Homs erzählt die Geschichte ihrer Vertreibung, sie zog von Stadt zu Stadt. Sie sagt, sie erhalte kleine Portionen Reis und Öl. Ein älterer Mann empört sich. <em>“Wir haben unseren Stolz. Wir sind es nicht gewöhnt, um Hilfe zu bitten. Das haben wir nie getan. Es gefällt mir nicht, wenn uns andere sagen, wie schlimm es steht. Das ist demütigend&#8221;</em>, sagt er.<br />Wie so oft gehe ich, ohne zu wissen, was ich sagen soll. In Jerablous ist der Strom tagsüber die meiste Zeit abgestellt, außer für vier Stunden. Offenbar bestraft die Regierung so die Gebiete, die beschlossen haben, sich nicht ihrem Druck zu beugen.</p>
<p>Ich fahre nach Azaz &#8211; eine Stadt, die ich im August zum ersten Mal besucht hatte, als sie fast verlassen war. Das Volk war geflohen, nachdem die Regierung zwei Bomben abgeworfen und damit 60 Menschen getötet hatte, darunter viele Kinder. Nun kommt langsam wieder Leben in die Stadt. Restaurants, Geschäfte und Schulen sind geöffnet. Schulkinder in blauen Uniformen strömen nach Hause. Auf den Straßen sieht man Menschen, aber auch große Müllhaufen. Weil keine Löhne gezahlt werden, kommt auch keine Müllabfuhr.<br />Die neue Realität in Syrien hat ihre Höhen und Tiefen. Die meiste Zeit über herrscht Trauer über die Toten und Vermissten. Der Preis für den Frieden ist hoch, und Blut ist billig. Die neue Realität ist da, aber ein neues Syrien steht noch aus.</p>
<p> <em><strong>Rima Marrouch</strong></em></p>
<p> <em><strong><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" /><a href="../de/category/journal-2-0-de/notizen-aus-syrien-blog/">Notizen aus Syrien – Lesen sie weitere Blogeinträge von Rima Marrouch und Razan Ghazzawi für ARTE</a></strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><strong><strong><strong><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/rima_bio1501.jpg"><img class="alignleft" title="rima_bio150" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/rima_bio1501.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></strong></strong>Rima Marrouch</strong> ist freie Journalistin mit einem syrischen und einem polnischen Elternteil. Aufgewachsen ist sie im Homs der 90er Jahre, als die Stadt noch ein friedlicher Ort war. Sie berichtete aus Lybien und Syrien für die LA Times und arbeitet für das <a href="http://cpj.org/mideast/" target="_blank">„Committee to Protect Journalists/Middle East and North Africa Program“</a>. Heute lebt sie in Beirut, im Libanon.</p>
<p title="picto_lien"><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" />Sie können Rima auf <a href="https://twitter.com/RimaMarr" target="_blank">Twitter</a> folgen und sie unter @RimaMarr kontaktieren.</p>
<p title="picto_lien">© Foto Rima Marrouch: <a href="http://www.facebook.com/EverydayRebellion" target="_blank">Everyday Rebellion</a>, ein Dokumentarfilm und Cross-Media Projekt über die Kraft des kreativen, gewaltlosen Widerstandes und den modernen zivilen Ungehorsam</p>
<p title="picto_lien"> </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-der-harte-kampf-um-ein-neues-syrien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Razan Ghazzawi: &#8220;Interview mit einem Medienaktivisten von Deir Ezzor Press Network (DPN)&#8221;</title>
		<link>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-interview-mit-einem-medienaktivisten-von-deir-ezzor-press-network-dpn/</link>
		<comments>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-interview-mit-einem-medienaktivisten-von-deir-ezzor-press-network-dpn/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2012 12:09:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journal 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Notizen aus Syrien - Blog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://monde-arabe.arte.tv/?p=23799</guid>
		<description><![CDATA[Viele Syrer glauben, dass der Journalismus syrischer Bürger ein umfassenderes und genaueres Bild der syrischen Revolution abgibt als die Berichterstattungen der herkömmlichen Medien, egal ob sie arabischen oder internationalen Ursprungs sind. Deir Ezzor Press Network ist eine der bekannten Facebook-Seiten, die quasi-professionelle Berichte über die in den Medien vernachlässigte Revolutions-Stadt Deir Ezzor veröffentlicht. Wir hatten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Viele Syrer glauben, dass der Journalismus syrischer Bürger ein umfassenderes und genaueres Bild der syrischen Revolution abgibt als die Berichterstattungen der herkömmlichen Medien, egal ob sie arabischen oder internationalen Ursprungs sind.<span id="more-23799"></span></strong></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/DeirAlZorPN?fref=ts" target="_blank">Deir Ezzor Press Network</a> ist eine der bekannten Facebook-Seiten, die quasi-professionelle Berichte über die in den Medien vernachlässigte <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Der_ezzor" target="_blank">Revolutions-Stadt Deir Ezzor</a> veröffentlicht. Wir hatten das Glück, mit Tarek *, dem Administrator der Seite, zu sprechen, trotz der schwierigen Situation, in der sich Deir Ezzor befindet.</p>
<p><em>&#8220;Einen Moment, bitte. Die Kartoffeln sind fast fertig&#8221;,</em> sagte Tarek, als wir über Skype telefonierten. Deir Ezzor wird seit fünf Monaten belagert und daher gibt es kaum noch etwas zu essen, außer dem, was die Bauern von Deir Ezzor selbst anbauen, Kartoffeln und Getreide.</p>
<p>Tarek studiert noch an der Universität. Er geht nicht zum Unterricht, um sich ganz auf die Revolution zu konzentrieren. Von seinem Zimmer aus hat er die Seite ins Internet gestellt, als die Revolution in Daraa begann:</p>
<p><em>&#8220;Damals gab es in Syrien nur in Daraa Demonstrationen. Wir haben uns mit den Aktivisten in Daraa koordiniert und ihnen geholfen, ihre Videos hochzuladen, da in ihrer Stadt das Internet gekappt wurde.&#8221;</em></p>
<p>Deir Ezzors Revolutionäre gingen erstmals am 1. Mai 2011 auf die Straße, um Freiheit und den Fall des syrischen Regimes zu fordern. Das Regime antwortete mit aller Härte. Tarek berichtet:</p>
<p><em>&#8220;Bei allen Aktivisten mit Schlüsselfunktionen wurde eine Razzia durchgeführt. Sie wurden verhaftet, ihre Familien wurden bedroht und gegen Protestler wurde scharfe Munition eingesetzt. Die Revolutionäre von Deir Ezzor verhielten sich für ein paar Wochen still und dann gingen sie wieder auf die Straßen. Aber diesmal waren sie eine viel größere Gruppe. Das harte Durchgreifen gegen Aktivisten und Revolutionäre wurde fortgeführt und eskalierte immer mehr bis Juni 2012. Es kam zu <a href="http://www.youtube.com/watch?v=xEhCecF2fl4" target="_blank">Massakern</a>, Bewohner flohen aus ihren Häusern. An diesem Punkt beschloss die Freie Syrische Armee die Straßen unter ihre Kontrolle zu bringen und die Stadt vor der Armee des Regimes und vor Gaunern zu beschützen. Zwischen dem 22. Juni 2012 und heute hat die Freie Syrische Armee fast 70% der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht.&#8221;</em></p>
<p>Ich fragte Tarek, wie er die Rolle der FSA in der Stadt beschreiben würde, vor allem, da auch Kritik laut wurde am Vorgehen der FSA gegen Gauner und Regimebefürworter des Geheimdienstes. Sein Kommentar lautete:</p>
<p><em>&#8220;Als Medienaktivist arbeite ich nicht mit den Revolutionären der FSA zusammen, aber viele meiner Freunde sind ihnen freiwillig beigetreten. Die FSA in Deir Ezzor ist doch nichts anderes als meine Nachbarn und die Menschen, die man immer in den Straßen der Stadt gesehen hat. Diese Menschen haben in den letzten 19 Monaten so viel Gewalt miterlebt, dass sie nun der Meinung sind, ihre Häuser und ihre Familien und Freunde beschützen zu müssen. Ein Fehler? Wie kann man von ihnen bloß etwas anderes erwarten? Sie sind nicht ausgebildet und sie haben auch keine High-Tech-Waffen. Sie benutzen nur primitive und einfache Waffen, um unser aller Leben zu verteidigen, unsere Leben, die für viele Fernsehkanäle nur Zahlen sind. Mein Leben ist für euch nur eine Zahl. Vielleicht bin ich morgen tot, aber meine Freunde sind der FSA beigetreten, um mein Leben und das anderer zu retten. <a>Über 2630 Menschen</a> sind seit dem Beginn der Revolution in Deir Ezzor getötet worden.&#8221;</em></p>
<p>Tarek hat auch über die <a href="http://freesyriantranslators.net/2012/07/29/report-on-the-humanitarian-crisis-in-deir-ezzor-city/" target="_blank">Wasserkrise</a> gesprochen, die in Deir Ezzor eskaliert, seitdem sich die Stadt gegen das Assad-Regime gestellt hat. Der Zugang zu Wasser war in Deir Ezzor schon immer kritisch, aber während der Revolution hat das Regime die Chlor-Vorratscontainer der Stadt bombardiert, was nun zu Gesundheitsproblemen der Bewohner Deir Ezzors führt (10% der Einwohner haben die Stadt bis jetzt noch nicht verlassen. Vor der Revolution lebten in Deir Ezzor insgesamt 900.000 Menschen). Nach der Bombardierung der Chlorcontainer müssen deswegen 13 oder 14 Menschen jede Woche ins Krankenhaus eingeliefert werden.</p>
<p>Deir Ezzor ist eine Revolutions-Stadt in Syrien, die auch über einen Satellitenkanal verfügt, über den man aus der Stadt senden kann. Das <a href="http://www.youtube.com/user/DeirEzzorTv" target="_blank">Fernsehstudio </a>ist allerdings in Ägypten.</p>
<p><em><br /></em></p>
<p><em><strong> Razan Ghazzawi</p>
<p></strong>*Alle Namen in diesem Artikel sind Pseudonyme<strong><br /></strong></em></p>
<p> <em>Foto: Deir Ezzor Press Network vom  14. November 2012</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p> <em><strong><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" /><a href="../de/category/journal-2-0-de/notizen-aus-syrien-blog/">Notizen aus Syrien – Lesen sie weitere Blogeinträge von Rima Marrouch und Razan Ghazzawi für ARTE</a></strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><strong><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/razan1.jpg"><img class="alignleft" title="razan" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/razan1.jpg" alt="" width="180" height="234" /></a>Razan Ghazzawi</strong>ist eine 32-jährige syrische Bloggerin aus Damaskus. Sie setzt sich für die Menschenrechte ein, nicht nur in ihrem Heimatland Syrien, sondern in der ganzen arabischen Welt und darüber hinaus.</p>
<p> Sie ist zwei Mal vom Assad-Regime verhaftet worden und steht nun vor einem Militärgericht. Razan hat Anglistik studiert und 2011 ihren Master in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Universtität Balamand gemacht. Vor einigen Jahren begann sie unter dem Namen &#8220;Golaniya 7&#8243; zu bloggen, doch vor 5 Jahren entschied sie sich, unter ihrem richtigen Namen zu schreiben. Kürzlich hat sie den &#8220;Front Line Defenders&#8221;-Preis 2012 für Menschenrechtler erhalten.</p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien38.gif"><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien38.gif" alt="" width="30" height="30" /></a>Man kann Razan auf<em> <a href="https://twitter.com/#%21/search/RedRazan" target="_blank">Twitter</a></em> folgen unter <em></em><a href="https://twitter.com/RedRazan">@RedRazan</a> oder direkt auf ihrem Blog kommentieren unter <a href="http://razanghazzawi.org/">razanghazzawi.org</a></p>
<p><em><a href="http://www.facebook.com/EverydayRebellion" target="_blank"><br /></a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-interview-mit-einem-medienaktivisten-von-deir-ezzor-press-network-dpn/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rima Marrouch: &#8220;Ein Licht im Tunnel?&#8221;</title>
		<link>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-ein-licht-im-tunnel/</link>
		<comments>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-ein-licht-im-tunnel/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Nov 2012 13:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen aus Syrien - Blog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://monde-arabe.arte.tv/?p=23694</guid>
		<description><![CDATA[Zwei Stimmen deuten zwei sehr unterschiedliche Wege für Syrien an. In einem Interview mit einem russischen Fernsehsender wirkte der syrische Präsident Baschar al-Assad von der Realität unbeeindruckt und seltsam selbstsicher. &#8220;Das Problem liegt nicht hier, bei mir und meinem Volk&#8221;, sagte Assad und beschuldigte den Westen, ihn als den neuen Feind nach dem Kommunismus und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zwei Stimmen deuten zwei sehr unterschiedliche Wege für Syrien an. In einem Interview mit einem russischen Fernsehsender wirkte der syrische Präsident Baschar al-Assad von der Realität unbeeindruckt und seltsam selbstsicher.</strong><span id="more-23694"></span></p>
<p><em>&#8220;Das Problem liegt nicht hier, bei mir und meinem Volk&#8221;</em>, sagte Assad und beschuldigte den Westen, ihn als den neuen Feind nach dem Kommunismus und Saddam Hussein darzustellen. <em>&#8220;Ich sehe mich in diesem Land, einem sicheren Land, einem Land, das noch weiter florieren kann&#8221;,</em> sagte Assad nur einen Tag zuvor, als 9.000 Menschen wegen der Bombenanschläge und Kämpfe aus der Grenzstadt Ras al-Ain flüchteten.</p>
<p><em>&#8220;Ich bin keine Marionette… Ich bin Syrer und ich muss in Syrien leben und sterben&#8221;.</em> Das gab einigen jungen Syrern sofort Anlass zum Spott. Die politisch orientierte Puppenserie <a href="http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-%E2%80%9Edie-opposition-in-syrien-spielt-mit-fingerpuppen-der-regierung%E2%80%9C/" target="_blank">&#8220;Masasit Mati&#8221; </a>veröffentlichte einen Post auf ihrer <a href="https://www.facebook.com/MasasitMati?ref=ts&amp;fref=ts" target="_blank">Facebookseite</a> mit Assads Zitat als Bildtext.</p>
<p>Vor kurzem vernahmen die Syrer aber auch die Stimme des Präsidenten des <a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article110910999/Syriens-Opposition-gruendet-neues-Buendnis.html" target="_blank">neuen Oppositionsblocks, der Syrischen Nationalkoalition</a>: Ahmed Muas al-Chatib war der ehemalige Imam der großen Umayyaden-Moschee von Damaskus. Im Gegensatz zu Assad, war Chatibs erste Rede umfassend und emotional.</p>
<p>Kein Syrer hat Chatib oder seine Rede verspottet. Chatib rief die Internationale Gemeinschaft dazu auf, ihr Versprechen an die syrische Bevölkerung zu halten und politische, humanitäre und wirtschaftliche Hilfe zu leisten. Das neue Organ, das Chatib anführt, versucht die syrische Opposition zu vereinen und eine Übergangsregierung aufzubauen.</p>
<p><em>&#8220;Wenn ihr etwas Gutes an mir findet, dann helft mir. Wenn nicht, verurteilt mich&#8221;</em>, sagte er.</p>
<p>Chatib wurde verboten zu predigen, weil er bei seinen Freitags-Predigten nicht die Vorgaben der Regierung befolgt hatte. Er symbolisiert den modernen Islam. Chatib ist besonders besorgt wegen der sektiererischen Gruppierungen in Syrien. Seit Beginn der Revolution wurde er schon mindestens zweimal verhaftet. Al-Chatib wird von den Konservativen, den religiösen Lagern und von den Säkularisten und Liberalen gern gesehen.</p>
<p>Seit Monaten schwindet die Hoffnung der Syrer kontinuierlich, dass der Alptraum endlich ein Ende haben wird. Nach 19 Monaten traut sich keiner von Stabilität zu träumen und davon, wieder in sein Land zurückzukehren. Die Nationalkoalition ist nicht der erste Versuch eine vereinte Opposition zu gründen. Der Syrische Nationalrat, eine oppositionelle Vereinigung, die im August 2011 gegründet wurde, hat sich erfolglos getrennt, trotz logistischer und finanzieller Hilfe aus dem Westen.</p>
<p>Mit der Gründung der Nationalkoalition gibt es nun vielleicht ein Licht im Tunnel. Viele sind auf vorsichtige Weise optimistisch, wie ein Freund von mir schrieb: &#8220;Ich habe Angst davor, optimistisch zu sein&#8221;.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p> <em><strong>Rima Marrouch</strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p> Foto: <a href="https://www.facebook.com/Free.Mouaz.AlKhatib?ref=ts&amp;fref=ts" target="_blank">Free Mouaz al-Khatib, </a>Facebookseite, die anlässlich der Verhaftung von Ahmed Muas al-Chatib publiziert wurde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p> <em><strong><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" /><a href="../de/category/journal-2-0-de/notizen-aus-syrien-blog/">Notizen aus Syrien – Lesen sie weitere Blogeinträge von Rima Marrouch und Razan Ghazzawi für ARTE</a></strong></em></p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><strong><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/rima_bio1501.jpg"><img class="alignleft" title="rima_bio150" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/rima_bio1501.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></strong></strong><strong>Rima Marrouch</strong> ist freie Journalistin mit einem syrischen und einem polnischen Elternteil. Aufgewachsen ist sie im Homs der 90er Jahre, als die Stadt noch ein friedlicher Ort war. Sie berichtete aus Lybien und Syrien für die LA Times und arbeitet für das <a href="http://cpj.org/mideast/" target="_blank">„Committee to Protect Journalists/Middle East and North Africa Program“</a>. Heute lebt sie in Beirut, im Libanon.</p>
<p title="picto_lien"><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" />Sie können Rima auf <a href="https://twitter.com/RimaMarr" target="_blank">Twitter</a> folgen und sie unter @RimaMarr kontaktieren.</p>
<p title="picto_lien">© Foto Rima Marrouch: <a href="http://www.facebook.com/EverydayRebellion" target="_blank">Everyday Rebellion</a>, ein Dokumentarfilm und Cross-Media Projekt über die Kraft des kreativen, gewaltlosen Widerstandes und den modernen zivilen Ungehorsam</p>
<p title="picto_lien"> </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-ein-licht-im-tunnel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Razan Ghazzawi: &#8220;Interview mit einer Künstlerin von Comic4 Syria&#8221;</title>
		<link>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-interview-einer-k%c3%bcnstlerin-von-comic4-syria/</link>
		<comments>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-interview-einer-k%c3%bcnstlerin-von-comic4-syria/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Nov 2012 15:52:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>st-multimedia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen aus Syrien - Blog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://monde-arabe.arte.tv/?p=23562</guid>
		<description><![CDATA[Die seit Ende Juli bestehende Internetseite Comic4 Syria ist zu einer der erfolgreichsten revolutionären Seiten in Syrien geworden. Zu sehen sind Karikaturen, nicht-fiktionale Comics und eine wöchentlich veröffentlichte  Story über eine fiktive Figur namens &#8220;Madsoos&#8221;, deren Erlebnisse die raue Lebenswirklichkeit vieler Syrer zeigen. &#8220;Wir sind vier anonyme Künstler auf dieser Seite, wir kennen uns nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die seit Ende Juli bestehende Internetseite <a href="https://www.facebook.com/Comic4Syria" target="_blank">Comic4 Syria</a> ist zu einer der erfolgreichsten revolutionären Seiten in Syrien geworden. Zu sehen sind Karikaturen, nicht-fiktionale Comics und eine wöchentlich veröffentlichte  Story über eine fiktive Figur namens &#8220;Madsoos&#8221;, deren Erlebnisse die raue Lebenswirklichkeit vieler Syrer zeigen.<span id="more-23562"></span></strong></p>
<p><em>&#8220;Wir sind vier anonyme Künstler auf dieser Seite, wir kennen uns nicht alle persönlich oder auch nur namentlich. Wir arbeiten ohne Bezahlung, um auf kreative Art zum Ausdruck zu bringen, was die Leute in Syrien heute durchmachen&#8221;,</em> sagt Sanaa.*</p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/couleurs-1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-23546" title="couleurs-1" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/couleurs-1.jpg" alt="" width="600" height="424" /></a></p>
<p>Sanaa gehört zu den Künstlern, die diese markante Facebookseite gestalten. Sie war von Anfang an in der Revolution aktiv.</p>
<p><em>&#8220;Wir versuchen, so viel wie möglich zu machen auf dieser Seite. Wie Sie wissen, ist die Lage in Syrien, was die Wirtschaft und die Sicherheit angeht, nicht sonderlich gut, und angesichts der Tatsache, dass wir wenige sind und ohne Bezahlung arbeiten, denke ich, dass wir unser Bestes tun.&#8221;</em></p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/couleurs-2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-23547" title="couleurs-2" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/couleurs-2.jpg" alt="" width="600" height="424" /></a></p>
<p>Zunächst wurden ein paar Dutzend Facebooknutzer auf Comic4 Syria aufmerksam, als auf der Seite der folgende Comic erschien über die <a href="http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-19391466" target="_blank">kalte Grausamkeit einer syrischen Journalistin</a>, die ein Kind interviewte, das neben der toten Mutter und den Geschwistern kauerte, nachdem das Regime die Stadt Daraya beschossen und geplündert hatte.**</p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/scene-journaliste.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-23548" title="scene-journaliste" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/scene-journaliste.jpg" alt="" width="600" height="850" /></a></p>
<p><em>Reporterin zum Kind: &#8220;Wer hat das deiner Mutter angetan, Schätzchen?&#8221;</em></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=EqYgvHnxn88" target="_blank">Die entsetzliche Haltung der Journalistin</a> in dem Bericht mit dem interviewten Kind hat große Empörung unter den revolutionären Syrern ausgelöst, und der hervorragend gemachte Comic kam genau zur rechten Zeit, um diese Wut freizusetzen. Sanaa kommentiert:</p>
<p><em>&#8220;Ja, zu Anfang zeigte unsere Arbeit vor allem die Grausamkeit des syrischen Regimes und die außergewöhnlichen Lebensumstände der Syrer, aber dann haben wir die Richtung unserer Arbeit anders orientiert, um etwas Hoffnung zu zeigen. Wir dokumentieren jetzt wahre Geschichten von Revolutionären und sind damit die Ersten in Syrien, die solche Dokumentationen in Form von Comics machen.&#8221;</em></p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/syrian-messengers.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-23504" title="syrian-messengers" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/syrian-messengers.jpg" alt="" width="600" height="867" /></a></p>
<p>COMIC4-SYRIA-Comics sind nicht nur ein Ausdruck des syrischen Zorns und der Frustration gegenüber der Gewalt des Regimes, diese Kunst übermittelt auch eine politische Botschaft an die Welt sowie an die syrische Opposition und die FSA-Gruppen (Freie Syrische Armee):</p>
<p><em>&#8220;Wir versuchen auch, uns zu vielen kontroversen Themen zu äußern, die in Syrien diskutiert werden. Wir sind gegen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Al-Nusra_Front" target="_blank">Dschabhat al-Nusra</a>. Viele Revolutionäre lehnen diese Gruppierung ab und halten sie eher für Regimetreue. Und wir sehen <a href="http://www.leninology.com/2012/07/the-syrian-revolt-enters-new-phase.html" target="_blank">die FSA</a> kritisch , aber wir sind auch gegen diejenigen, die weit weg, von einem sicheren Ort aus, urteilen und versuchen, den syrischen Revolutionären vorzuschreiben, wie sie ihre Revolution machen sollen. Wir sind gegen die Zensur der freien Rede, aber zugleich sehen wir die Berichterstattung des Senders Al-Arabija über die syrische Revolution kritisch. Sehr kritisch sehen wir auch die sogenannte &#8220;internationale Unterstützung des syrischen Volkes&#8221;.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/planche1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-23506" title="planche1" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/planche1.jpg" alt="" width="600" height="857" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich fragte Sanaa, wie diese Seite Einfluss nehmen kann, da sie letzten Endes nur von denjenigen gesehen werden kann, die über ein Facebook Account verfügen, anders als bei Fernsehkanälen, die jeden Haushalt erreichen. Folgendes hat sie geantwortet:</p>
<p><em>&#8220;Es stimmt, dass wir nur eine Facebook-Seite sind, und das kann problematisch sein, weil nicht alle Revolutionäre Internetzugang haben, aber immerhin haben die Administratoren revolutionärer Seiten, auch von FSA-Seiten, Zugang zu unserer Seite, und wir hoffen, dass unsere Sichtweise der Realität in Syrien einige von ihnen erreicht. Tatsächlich hat eine Gruppe von Aktivisten in Aleppo einige unserer Sachen ausgedruckt und an ein paar der dortigen FSA-Kämpfer verteilt. Außerdem gibt es demnächst in Kopenhagen eine Ausstellung mit unseren Arbeiten. Sobald das Programm steht, wird es veröffentlicht. Aber ich denke, unser Hauptziel besteht darin, in dieser künstlerischen Form Ideen zu liefern, und die Menschen überall auf der Welt können dann selbst entscheiden, was sie daraus machen.&#8221;</em></p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/planche2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-23508" title="planche2" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/planche2.jpg" alt="" width="600" height="857" /></a></p>
<p>Zum Schluss erwähnt Sanaa, dass sie nicht alles allein machen können. Sie können sich nicht mitten im Krieg hinsetzen und Kunst schaffen, sich Geld leihen, um die Comics zu drucken, sie dann in zerschossene Nachbarorte und Städte zu schmuggeln und als Flyer zu verteilen. Sanaa und die anderen, die diese Seite gestalten, hoffen, dass wir im Ausland in unseren sicheren Häusern etwas tun und ihre Kunst weiterleiten, damit ihre Stimmen gehört werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Razan Ghazzawi</strong></em></p>
<p>Fotos : Comic4 Syria</p>
<p>* Alle Namen in diesem Text sind geändert.<br />** Der Bericht lief auf einem regimetreuen syrischen Sender. Es hieß darin, die Armee des Regimes habe die Stadt von &#8220;Terroristen&#8221; und &#8220;Banden&#8221; gesäubert, mit Bezug auf FSA-Kämpfer. Das Regime hat dort ein Massaker angerichtet mit mehr als 600 toten Zivilisten laut dem oppositionellen syrischen <a href="http://vdc-sy.org/index.php/en/martyrs/1/c29ydGJ5PWEua2lsbGVkX2RhdGV8c29ydGRpcj1ERVNDfGFwcHJvdmVkPXZpc2libGV8c2hvdz0xfGV4dHJhZGlzcGxheT0wfDM9RGFyYXlhfA" target="_blank">&#8220;Violation Documentation Center&#8221;</a>, VDC.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/razan1.jpg"><img class="alignleft" title="razan" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/razan1.jpg" alt="" width="180" height="234" /></a>Razan Ghazzawi</strong>ist eine 32-jährige syrische Bloggerin aus Damaskus. Sie setzt sich für die Menschenrechte ein, nicht nur in ihrem Heimatland Syrien, sondern in der ganzen arabischen Welt und darüber hinaus.</p>
<p> Sie ist zwei Mal vom Assad-Regime verhaftet worden und steht nun vor einem Militärgericht. Razan hat Anglistik studiert und 2011 ihren Master in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Universtität Balamand gemacht. Vor einigen Jahren begann sie unter dem Namen &#8220;Golaniya 7&#8243; zu bloggen, doch vor 5 Jahren entschied sie sich, unter ihrem richtigen Namen zu schreiben. Kürzlich hat sie den &#8220;Front Line Defenders&#8221;-Preis 2012 für Menschenrechtler erhalten.</p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien38.gif"><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien38.gif" alt="" width="30" height="30" /></a>Man kann Razan auf<em> <a href="https://twitter.com/#%21/search/RedRazan" target="_blank">Twitter</a></em> folgen unter <em></em><a href="https://twitter.com/RedRazan">@RedRazan</a> oder direkt auf ihrem Blog kommentieren unter <a href="http://razanghazzawi.org/">razanghazzawi.org</a></p>
<p><em><a href="http://www.facebook.com/EverydayRebellion" target="_blank"><br /></a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-interview-einer-k%c3%bcnstlerin-von-comic4-syria/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rima Marrouch: &#8220;Das erste Flüchtlingslager in Syrien”</title>
		<link>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-das-erste-fluechtlingslager-in-syrien/</link>
		<comments>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-das-erste-fluechtlingslager-in-syrien/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 31 Oct 2012 15:04:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>st-multimedia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen aus Syrien - Blog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://monde-arabe.arte.tv/?p=23331</guid>
		<description><![CDATA[Das Camp für syrische Flüchtlinge in Kah wird die Syrer weder vor der kommenden Kälte noch vor Regen wirklich schützen können. Jeder hier hat Mitglieder seiner Familie oder sein ganzes zuhause verloren. Das Lager wächst täglich, waren es anfangs 60 Zelte, stehen dort nur zehn Tage später bereits 220&#8230; Eines muss man den Syrern lassen: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Camp für syrische Flüchtlinge in Kah wird die Syrer weder vor der kommenden Kälte noch vor Regen wirklich schützen können. Jeder hier hat Mitglieder seiner Familie oder sein ganzes zuhause verloren. Das Lager wächst täglich, waren es anfangs 60 Zelte, stehen dort nur zehn Tage später bereits 220&#8230; Eines muss man den Syrern lassen: Organisation ist ihre Stärke.</strong> <span id="more-23331"></span></p>
<p>Schattenspendende Ölbäume sollen jetzt vor den Bomben schützen. In Kah, einem Dorf zwei Kilometer vor der Grenze, ist in den Olivenhainen eine Zeltstadt entstanden für Hunderte von Familien, die in die Türkei fliehen wollen.</p>
<p><em>&#8220;Ich bin vor ungefähr eineinhalb Monaten mit Unterstützung hier ins Grenzgebiet gekommen&#8221;,</em> sagte Omar Abdel Karim Rahmun, Leiter des Projekts. <em>&#8220;Ich hatte mit hundert oder vielleicht zweihundert Leuten gerechnet, aber nicht mit so einer großen Menge Menschen, die ohne Zelte unter den Ölbäumen ausharren.&#8221;</em> Rahmoun und andere Syrer habe sich entschieden ein Lager in der Nähe der Stadt Kah zu errichten.</p>
<p>Rahmun nahm Kontakt zu einigen Hilfsorganisationen auf. Yusr, eine libysche Organisation, spendete 23.000 Dollar. Bei den starken winterlichen Regenfällen, die kürzlich einsetzten, haben solche Projekte, die tausenden Familien Schutz bieten, Priorität. Die UNO schätzt, dass die Zahl der syrischen Flüchtlinge bis Ende des Jahres auf 700.000 anwachsen wird.</p>
<p><em>&#8220;Ich habe auch den syrischen Nationalrat und anderen Institutionen um Hilfe gebeten, aber bis jetzt ist es bei Versprechen geblieben&#8221;</em>, sagt Rahmun. <em>&#8220;Die libysche Hilfsorganisation ist die einzige, die finanziell geholfen hat. Einige andere haben Nahrungsmittel gespendet oder Decken.&#8221;</em></p>
<p>Einheimische haben Land zur Verfügung gestellt. Ein Teil ist gepachtet, ein Teil wurde gekauft. Es ist Platz für 800 Zelte. Zur Zeit beherbergen 220 Zelte ungefähr 1500 Syrer, zumeist Familien aus Idlib und Städten und Dörfern wie Atareb, Tal Rifaat, Mareaa.</p>
<p><em>&#8220;Es ist weit weg von der türkischen Grenze&#8221;</em>, sagt Rahmun.<em> &#8220;Es ist auch außerhalb der Reichweite der Artillerie des Regimes. Es ist fast eine Pufferzone.&#8221;</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/Rima-enfants-article.jpg"><img title="Rima-enfants-article" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/Rima-enfants-article.jpg" alt="" width="600" height="337" /></a></p>
<p>Aber viele Frauen in dem Lager fühlen sich trotzdem nicht sicher. Um Chaled, 33, aus Kafar Zeita, hat am Morgen des 11. September durch einen Beschuss ihres Hauses neun Familienmitglieder verloren.</p>
<p><em>&#8220;Wir haben alles überstanden, außer den Bomben&#8221;</em>, sagt sie. Sie nahm ihre drei Kinder und floh. Einen Monat sind sie umhergezogen, ehe sie nach Kah kamen.</p>
<p><em>&#8220;Die haben türkisches Gebiet beschossen, und da sollen sie uns hier nicht beschießen?&#8221;</em> sagt Ahlam, eine Mutter von sechs Kindern, aus Atareb. <em>&#8220;Ich will in die Türkei. Ich glaube, dort sind wir sicherer, aber mein Mann war dagegen, nachdem wir wochenlang unter den Ölbäumen gewartet hatten. Wir bleiben hier.&#8221;</em></p>
<p>Ihre jüngste Tochter, die vier Monate alt ist, nannte sie &#8220;Raheel&#8221;, das heißt &#8220;Abreise&#8221;, weil sie während der langen Suche nach einer Zuflucht geboren wurde. Vier Mal mussten sie wieder aufbrechen, Richtung Norden, auf der Flucht vor den Bomben.</p>
<p>Ehe ich Kah verlasse, spricht mich eine 18-jährige Mutter an. Vor wenigen Monaten hat sie ihr erstes Baby geboren. Sie fragt, ob ich verheiratet bin und Kinder habe. Ich sage, nein.</p>
<p><em>&#8220;Richtig so&#8221;</em>, sagt sie. <em>&#8220;Das ist besser. Wenn die Beschüsse losgehen, kann man allein schneller entkommen.&#8221;</em></p>
<p> <em><strong>Rima Marrouch</strong></em></p>
<p>Foto : Rima Marrouch</p>
<p> <em><strong><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" /><a href="../de/category/journal-2-0-de/notizen-aus-syrien-blog/">Notizen aus Syrien – Lesen sie weitere Blogeinträge von Rima Marrouch und Razan Ghazzawi für ARTE</a></strong></em></p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><strong><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/rima_bio1501.jpg"><img class="alignleft" title="rima_bio150" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/rima_bio1501.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></strong></strong><strong>Rima Marrouch</strong> ist freie Journalistin mit einem syrischen und einem polnischen Elternteil. Aufgewachsen ist sie im Homs der 90er Jahre, als die Stadt noch ein friedlicher Ort war. Sie berichtete aus Lybien und Syrien für die LA Times und arbeitet für das <a href="http://cpj.org/mideast/" target="_blank">„Committee to Protect Journalists/Middle East and North Africa Program“</a>. Heute lebt sie in Beirut, im Libanon.</p>
<p title="picto_lien"><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" />Sie können Rima auf <a href="https://twitter.com/RimaMarr" target="_blank">Twitter</a> folgen und sie unter @RimaMarr kontaktieren.</p>
<p title="picto_lien">© Foto Rima Marrouch: <a href="http://www.facebook.com/EverydayRebellion" target="_blank">Everyday Rebellion</a>, ein Dokumentarfilm und Cross-Media Projekt über die Kraft des kreativen, gewaltlosen Widerstandes und den modernen zivilen Ungehorsam</p>
<p title="picto_lien"> </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-das-erste-fluechtlingslager-in-syrien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Razan Ghazzawi: &#8220;Kaffeetrinken mit Sektierern&#8221;</title>
		<link>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-kaffeetrinken-mit-sektierern/</link>
		<comments>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-kaffeetrinken-mit-sektierern/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Oct 2012 18:07:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen aus Syrien - Blog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://monde-arabe.arte.tv/?p=23149</guid>
		<description><![CDATA[Ich wohnte eine Woche bei einer Familie und es gab während dieser Zeit so manche interessante, wenn auch unangenehme Diskussion. Hier ist für den Anfang eine davon. Ort: In der syrischen Stadt Daraa, in einem Haus.Zeit: Anfang Oktober 2012.Figuren: Mehrere Frauen, die vor der Gewalt fliehen, die das Regime ausübt. Sie flüchten von einem Ort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich wohnte eine Woche bei einer Familie und es gab während dieser Zeit so manche interessante, wenn auch unangenehme Diskussion. Hier ist für den Anfang eine davon.</strong><span id="more-23149"></span><strong><br /></strong></p>
<p><strong>Ort: </strong>In der syrischen Stadt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dar%27a" target="_blank">Daraa</a>, in einem Haus.<br /><strong>Zeit:</strong> Anfang Oktober 2012.<br /><strong>Figuren:</strong> Mehrere Frauen, die vor der Gewalt fliehen, die das Regime ausübt. Sie flüchten von einem Ort zum nächsten, nachdem ihr Haus während einer Razzia niedergebrannt wurde, die die Armee des Regimes in ihrem Dorf vor ein paar Monaten durchführte.</p>
<hr />
<p>Wir saßen im Hof des Hauses und tranken Kaffee. Das Haus gehört einer Familie, die wegen der Bombenangriffe des Regimes nach Jordanien flüchtete. Es stand leer, aber es gab noch Wasser und Strom. Wir blieben fünf Tage lang hier.</p>
<p><strong>Frau 1:</strong> <em>&#8220;Woher kommen Sie?&#8221;</em><br /><strong>Ich:</strong><em> &#8220;Ich lebe in Damaskus, aber ich bin nicht von dort. Ich habe palästinensische Wurzeln.&#8221;</em><br /><strong>Frau 2:</strong> <em>&#8220;Sie sind Palästinenserin?&#8221; Haben Sie einen palästinensischen Ausweis?&#8221;</em><br /><strong>Ich:</strong> <em>&#8220;Nein, die Israelis ließen meinen Großvater nicht nach Palästina zurückzukehren. Deshalb gaben sie ihm die syrische Staatsbürgerschaft. Das war direkt nachdem Syrien seine Unabhängigkeit erlangte. Ich habe die syrische Staatsbürgerschaft, aber das liegt an der Geschichte meiner Familie.&#8221;</em><br /><strong>Frau 1</strong>: <em>&#8220;Sind Sie Muslim?&#8221;</em><br /><strong>Ich:</strong> <em>&#8220;Meine Eltern sind Muslime.&#8221;</em></p>
<p>Die Frauen sahen sich gegenseitig an und blickten dann auf den Boden.</p>
<p><strong>Frau 3:</strong><em> &#8220;Sie sind also kein Muslim?&#8221;</em><br /><strong>Ich</strong> (mit einem verlegenen Lächeln):<em> &#8220;Meine Beziehung zu Gott ist eine Sache zwischen mir und ihm.&#8221;</em></p>
<p>Ich hatte Stille und eine Reaktion des Missfallens von ihnen erwartet, aber ich war überrascht, dass nun die folgende Frage kam:</p>
<p><strong>Frau 1:</strong><em> &#8220;Sind Sie Sunnit?&#8221;</em><br /><strong>Ich:</strong><em> &#8220;Meine Eltern, ja.&#8221;</em><strong><br />Frau 2:</strong> <em>&#8220;Sie sind also Muslim und Sunnit?&#8221;</em><strong><br />Ich:</strong> <em>&#8220;Nein, ich sehe mich nicht als Sunnit. Religion ist für mich etwas Persönliches, über das ich normalerweise ungern rede.&#8221;</em></p>
<p>Ich dachte mir, ich sollte jetzt besser still sein. Ich konnte mit ihnen nicht meine Sicht von Gott diskutieren, denn es würde sie sicher verärgern.</p>
<p><strong>Frau 3</strong> (lacht):<em> &#8220;Egal, was Sie sagen. Ich bin froh, dass Sie Sunnit sind.&#8221;</em></p>
<p>Das war ein Satz, der mir wochenlang im Gedächtnis blieb. Wirklich, noch wochenlang. Sie war froh, dass ich Sunnit bin? Ich hatte ihr gerade gesagt, dass ich kein Sunnit bin und hatte ihr zu verstehen gegeben, dass ich eigentlich auch kein Muslim bin. Aber trotzdem ist sie froh, dass ich Sunnit bin?<br />Ich änderte nun meine Sitzposition auf dem Boden.</p>
<p><strong>Ich</strong> (hektisch lachend): <em>&#8220;Aber ich bin kein Sunnit. Ich bin der Meinung, dass wir uns nicht auf diese Weise über die Religion identifizieren sollten. Jeder hat seinen eigenen Umgang mit Religion, je nachdem, welche Interpretation man vom Islam hat. Jeder darf sich so sehen, wie er es möchte, und ich sehe mich nicht als Sunnit.&#8221;</em></p>
<p>Die Frau lachte wieder über mich, aber die anderen Frauen hörten mir aufmerksam zu. Es war, als hörten sie Worte wie diese zum ersten Mal im Leben. Ich dachte nun, ich hatte das Richtige getan. Ich verwirre sie wahrscheinlich furchtbar, aber ich dachte, ich tue das Richtige.</p>
<p><strong>Frau 2</strong> (zynisch lächelnd): <em>&#8220;Ja, ja, aber ich bin trotzdem froh.&#8221;</em><br /><strong>Ich:</strong> <em>&#8220;Warum? Wollen Sie sagen, Sie sind froh, dass ich kein Alawit oder Druse bin?&#8221;</em></p>
<p>Also los, dann diskutieren wir, dachte ich nun.</p>
<p><strong>Frau 3:</strong><em> &#8220;Ja, ich bin auch froh, dass Sie kein Schiit sind.&#8221;</em></p>
<p>Ich war überrascht, dass sie die Schiiten erwähnte, weil sie in der Revolution kaum in Erscheinung getreten sind, zumindest was die syrischen Schiiten betrifft.</p>
<p><strong>Ich:</strong> <em>&#8220;Warum?&#8221;</em><br /><strong>Frau 2:</strong><em> &#8220;Weil sie Anhänger des Regimes sind und Kuffar*.&#8221;</em></p>
<p>Ich hatte erwartet, dass sie nun die Iran-und-Hisbollah-Karte ausspielt, aber sie hatte das Wort &#8220;Kuffar&#8221; benutzt.</p>
<p><strong>Ich:</strong> <em>&#8220;Schiiten, die fünfmal pro Tag beten, dessen Frauen einen Schleier tragen und die denselben Koran lesen, sind Kuffar?&#8221;</em></p>
<p>An diesem Punkt verlor ich allmählich meine Fassung.</p>
<p><strong>Ich:</strong> <em>&#8220;Und ich kenne viele, die Minderheiten angehören und Revolutionskämpfer sind. Manche sind in der <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Syrische_Armee" target="_blank">FSA</a></strong>, manche wurden inhaftiert und getötet.&#8221;</em></p>
<p>Ich weiß, wenn ich unangenehme Diskussionen führe, nimmt mein Gesicht komische und furchteinflößende Züge an. Ich versuchte mich zu beherrschen, wollte aber gleichzeitig selbstbewusst in dieser doch sehr einmaligen Diskussion auftreten und sie ohne Streit beenden.</p>
<p><strong>Frau 3:</strong> <em>&#8220;Aber das sind nur sehr wenige. Ich bin aus<strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Hula_%28Syrien%29" target="_blank"> Hula</a></strong> und die Schiiten haben unser Dorf angegriffen und Frauen und Kinder getötet. Die einzig richtige Interpretation des Islam ist die der Sunniten. Schiiten beten weder zu Gott, noch respektieren sie Mohammed. Stattdessen beten sie Ali an.&#8221;</em><br /><strong>Ich:</strong> <em>&#8220;Schiiten beten nicht zu Gott und respektieren Mohammed nicht? Schiiten sind Muslime. Sie haben nur eine andere Sichtweise des Islam und sie haben, genauso wie ihr, das Recht dazu. Wir sollten Menschen nicht eine bestimmte Interpretation egal welchen Textes aufzwingen. Es gibt keine einzig richtige Interpretation. Was Sie sagen, ist Sektierertum.&#8221;</em></p>
<p>Ich habe diesen Begriff sehr schnell eingeworfen, aber ich konnte nicht länger warten.</p>
<p><strong>Ich:</strong><em> &#8220;Wenn Sie sagen, dass die Schiiten die Familien in Hula getötet haben, und das heißt, dass somit die ganze Schia ein Feind der Revolution ist und das syrische Volk tötet, ist das Sektierertum. Das müssen Sie doch zugeben, oder?&#8221;</em></p>
<p>Ich hätte nicht gedacht, dass sie auf den Begriff &#8220;Sektierertum&#8221; hin tatsächlich reagieren würden.</p>
<p><strong>Frau 3</strong> (hastig): <em>&#8220;Ich war vorher nicht sektiererisch, wir waren es nicht. Das Regime hat uns dazu gezwungen. Die Schiiten haben unsere Leute getötet und uns dazu gezwungen, die Häuser zu verlassen. Wenn Iran und die Hisbollah nicht gewesen wären, hätten wir die Revolution gewonnen. Ich war vorher nicht sektiererisch.&#8221;</em></p>
<p>                                                  &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>Erst als Frau 3 sagte &#8220;Ich war vorher nicht sektiererisch&#8221;, erkannte ich, dass es genau das war, was ich näher ergründen sollte, was ich als meine Pflicht als Unterstützer der Revolution ansehen sollte: Mich mit Menschen beschäftigen, die sektiererisch werden, weil sie der Gewalt des Regimes ausgesetzt sind UND weil sie keine anderen Unterstützer der Revolution kennen, die nicht die gleiche Denkweise wie sie haben. <br />Es ist wahr, je öfter wir an Ort und Stelle sind und miterleben, was diese Frauen ertragen müssen, je mehr Zeit wir mit ihnen verbringen, umso öfter werden diese Diskussionen stattfinden und wir wären vielleicht in der Lage, viele ihrer Mutmaßungen zu verändern. <br />Bevor ich die Familie wieder verließ, erzählte ich ihnen, dass es ein Mädchen in Syrien gibt, das sich nicht für eine Sunnitin hält, das nicht viel über Religion und Gott spricht, aber trotzdem gegen das Regime ist. Sie riefen mich vor einer Woche an, um zu fragen, wie es mir geht. Sie mögen mich und ich mag sie auch sehr und ich glaube daran, dass ich wirklich ein paar ihrer Denkansätze ändern konnte.</p>
<p>*&#8221;Kuffar&#8221; heißt wörtlich &#8220;Ungläubiger&#8221; und wird als Beleidigung verwendet.</p>
<p><em><strong>Razan Ghazzawi</strong></em><br /><em>Übersetzung: Ingo Brauner</em></p>
<p><em>Foto: Shaam News Network. Bei einem Protest gegen das Regime in der Stadt Daraa im Jahr 2011. <em>Zwei Demonstrantinnen halten Kreuze hoch zum Zeichen des Aufrufs zur nationalen Einheit und aus Protest gegen <em>Sektierertum. </p>
<p></em></em></em></p>
<p> <em><strong><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" /><a href="../de/category/journal-2-0-de/notizen-aus-syrien-blog/">Notizen aus Syrien – Lesen sie weitere Blogeinträge von Rima Marrouch und Razan Ghazzawi für ARTE</a></strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><strong><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/razan1.jpg"><img class="alignleft" title="razan" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/razan1.jpg" alt="" width="180" height="234" /></a>Razan Ghazzawi</strong>ist eine 32-jährige syrische Bloggerin aus Damaskus. Sie setzt sich für die Menschenrechte ein, nicht nur in ihrem Heimatland Syrien, sondern in der ganzen arabischen Welt und darüber hinaus.</p>
<p> Sie ist zwei Mal vom Assad-Regime verhaftet worden und steht nun vor einem Militärgericht. Razan hat Anglistik studiert und 2011 ihren Master in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Universtität Balamand gemacht. Vor einigen Jahren begann sie unter dem Namen &#8220;Golaniya 7&#8243; zu bloggen, doch vor 5 Jahren entschied sie sich, unter ihrem richtigen Namen zu schreiben. Kürzlich hat sie den &#8220;Front Line Defenders&#8221;-Preis 2012 für Menschenrechtler erhalten.</p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien38.gif"><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien38.gif" alt="" width="30" height="30" /></a>Man kann Razan auf<em> <a href="https://twitter.com/#%21/search/RedRazan" target="_blank">Twitter</a></em> folgen unter <em></em><a href="https://twitter.com/RedRazan">@RedRazan</a> oder direkt auf ihrem Blog kommentieren unter <a href="http://razanghazzawi.org/">razanghazzawi.org</a></p>
<p><em><a href="http://www.facebook.com/EverydayRebellion" target="_blank"><br /></a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-kaffeetrinken-mit-sektierern/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rima Marrouch: &#8220;Syrischer Künstler zeichnet die Fehler eines gespaltenen Landes&#8221;</title>
		<link>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-syrischer-k%c3%bcnstler-zeichnet-die-fehler-eines-gespaltenen-landes/</link>
		<comments>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-syrischer-k%c3%bcnstler-zeichnet-die-fehler-eines-gespaltenen-landes/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Oct 2012 16:17:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>st-multimedia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen aus Syrien - Blog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://monde-arabe.arte.tv/?p=22499</guid>
		<description><![CDATA[Jemand, der alles kritisiert, findet normalerweise nicht viele Freunde, aber der Künstler Juan Zero ist genau deswegen so beliebt: weil er alle Seiten kritisiert. Juan, der ein Pseudonym benutzt, steht für eine neue Generation politisch orientierter Cartoonisten in Syrien, die an eine Tradition künstlerischer Satire anknüpfen, die es schon mal früher gab, bevor die Baath-Partei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jemand, der alles kritisiert, findet normalerweise nicht viele Freunde, aber der Künstler <a href="https://www.facebook.com/JuanZeroSyrianCartoonist" target="_blank">Juan Zero</a> ist genau deswegen so beliebt: weil er alle Seiten kritisiert.</strong><img title="Lire la suite…" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-22499"></span></p>
<p>Juan, der ein Pseudonym benutzt, steht für eine neue Generation politisch orientierter Cartoonisten in Syrien, die an eine Tradition künstlerischer Satire anknüpfen, die es schon mal früher gab, bevor die Baath-Partei in den 60er Jahren an die Macht kam. Viele junge Syrier schätzen Juans Karikaturen nicht nur deswegen, weil sie das aktuelle politische, gesellschaftliche und kulturelle Leben vor Ort aufgreifen. Seine Karikaturen sind auch deswegen so beliebt, weil er sowohl das syrische Regime, als auch die Opposition, sowohl den gegenwärtigen Zustand des Landes, als auch die Revolution kritisiert.</p>
<p><em>&#8220;Er kritisiert Fehler, egal, ob sie vom Regime oder von den Demonstranten begangen wurden&#8221;</em>, sagt Alaa, ein syrischer Aktivist. <em>&#8220;Er versucht das, was wir &#8216;die Spur der Revolution&#8217; nennen, wieder zurechtzurücken. Er kritisiert die Revolution und bricht die Aura der Unfehlbarkeit, die einige Oppositionelle und die Freie Syrische Armee umgibt.</em>&#8220;</p>
<p>Eine der Figuren, die man in Juans Arbeiten immer wieder findet, ist der Militärrekrut, der zwischen zwei Seiten steht: den Offizieren, die der Regierung loyal gegenüberstehen und den Rebellen, die gegen sie kämpfen. Die Welt aus der Sicht eines erschöpften Armeesoldaten ist eine Perspektive, die man nicht oft in Syrien vorfindet. Und obwohl der Soldat eine Waffe trägt und Juan einen Stift, haben sie einen gemeinsamen Nenner, denn sogar sein eigener gewaltfreier Standpunkt ist mit Konflikten behaftet. <em>&#8220;Im Krieg ist es schwierig zwischen den Guten und den Bösen zu unterscheiden&#8221;,</em> sagt er. <em>&#8220;Ich halte mich einfach an die Stimme der Vernunft.&#8221;</em></p>
<p><em>&#8220;Anfangs verurteilte ich diejenigen, die die Regierung unterstützten oder zur Regierung standen, aber meine Sichtweisen haben sich geändert. Allmählich kam mir in den Sinn, dass wir untereinander kommunizieren sollten, dass wir eine Botschaft senden sollten. Schließlich sind auch sie [die Regierungsbefürworter] syrische Staatsbürger und auch sie werden bleiben.&#8221;</em></p>
<p>Ich stieß vor ein paar Monaten auf seine Arbeiten und war sofort begeistert. Jetzt habe ich endlich mal den Mann kennengelernt, der hinter diesen Arbeiten steckt. Mit abrasierten Haaren und einem roten T-Shirt und dem schwarzen Rucksack, den er überallhin mitnimmt, wirkt Juan bescheiden, anders als die meisten Künstler, die ich kennengelernt habe. Vorher arbeitete Juan als Grafik-Designer. Aber als die Protestbewegung losbrach, fing er an, Karikaturen zu zeichnen.<br />Er erinnert sich: <em>&#8220;[Meine erste Karikatur] zeigte den syrischen Präsidenten als wäre er dabei, Selbstmord zu begehen. Im Hintergrund war ein Helfer in Militärkluft, der ihn zu einer militärischen Lösung drängte. Ich glaubte und glaube immer noch, dass es Selbstmord ist, mit Militärgewalt gegen sein eigenes Volk vorzugehen.&#8221;</em></p>
<p>Die nächste Zeichnung hatte ein anderes Ziel: Ein Mann setzt einen Fuß auf syrisches Gebiet und fotografiert sich dabei. Er verhöhnt damit das, was viele &#8220;politischen Tourismus&#8221; nach Syrien nennen: Aktivisten und Politiker besuchen für kurze Zeit das Land, nur um sagen zu können, sie seien da gewesen. Juan selbst verließ Syrien am 14. Dezember 2011, nachdem sich Zivilbeamte des Geheimdienstes in seinem Lieblingscafé im Viertel Al-Rawda in Damaskus, in dem viele Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle verkehren, nach ihm erkundigt hatten. Jetzt findet er auch Gemeinsamkeiten mit Syrern aus allen Lagern, die aus ihrem Land geflohen sind und sich danach sehnen, wieder in ihre Heimat zurückzukehren.  <em>&#8220;Alle sind bereit, zurückzukehren&#8221;,</em> sagt er.</p>
<p>Aber natürlich kann nicht jeder zurückkehren. Juan verbreitete erst vor kurzem auf der Seite <a href="http://www.arabcartoon.net/index.php?option=com_k2&amp;view=item&amp;id=724%3A%D8%A7%D9%84%D9%81%D9%86%D8%A7%D9%86-%D8%A7%D9%84%D8%B3%D9%88%D8%B1%D9%8A-%D8%A3%D9%83%D8%B1%D9%85-%D8%B1%D8%B3%D9%84%D8%A7%D9%86-%D9%82%D9%8A%D8%AF-%D8%A7%D9%84%D8%A7%D8%B9%D8%AA%D9%82%D8%A7%D9%84&amp;Itemid=3&amp;lang=ar#.UHPtiCygfYc.facebook" target="_blank"> Arabcartoon</a> in einem Post die Nachricht, dass sein Kollege Akram Raslan von Militärkräften des Geheimdienstes im Büro der Zeitung Al-Fidaa, für die er arbeitet, in Damaskus festgenommen wurde. Er hatte Karikaturen des syrischen Präsidenten auf Webseiten von sozialen Netzwerken und der Al-Jazeera-Webseite veröffentlicht. Als Karikaturist in Syrien zu arbeiten ist immer noch gefährlich.</p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/juan1-article2.jpg"><img title="juan1-article" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/juan1-article2.jpg" alt="" width="585" height="447" /></a></p>
<p><em>Legende: &#8220;Syrische Grenze&#8221;</em></p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/juan2-article.jpg"><img title="juan2-article" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/juan2-article.jpg" alt="" width="600" height="454" /></a></p>
<p><em>Legende: &#8220;Entschuldigen Sie, die Türkei bombardiert uns. Was sollen wir tun? Hallo, hallo &#8230;&#8221; (keine Antwort)</em></p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/juan3-articel.jpg"><img title="juan3-articel" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/juan3-articel.jpg" alt="" width="600" height="454" /></a></p>
<p><em>Legende: Ein Rekrut sagt zu einem Offizier: &#8220;Ich habe Ihnen doch gesagt, Sie sollen nicht nach Aleppo gehen&#8221; in Bezug auf die Kämpfe in Aleppo.</em></p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/juan4-article.jpg"><img title="juan4-article" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/juan4-article.jpg" alt="" width="600" height="454" /></a></p>
<p><em>Legende: Schriftzug: Die Freie Syrische Armee ist ein Hohn für alle, die keine Diebe und Verbrecher als Rebellen wollen.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p> <em><strong><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" /><a href="../de/category/journal-2-0-de/notizen-aus-syrien-blog/">Notizen aus Syrien – Lesen sie weitere Blogeinträge von Rima Marrouch und Razan Ghazzawi für ARTE</a></strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><strong><strong><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/rima_bio1501.jpg"><img class="alignleft" title="rima_bio150" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/rima_bio1501.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></strong></strong><strong>Rima Marrouch</strong> ist freie Journalistin mit einem syrischen und einem polnischen Elternteil. Aufgewachsen ist sie im Homs der 90er Jahre, als die Stadt noch ein friedlicher Ort war. Sie berichtete aus Lybien und Syrien für die LA Times und arbeitet für das <a href="http://cpj.org/mideast/" target="_blank">„Committee to Protect Journalists/Middle East and North Africa Program“</a>. Heute lebt sie in Beirut, im Libanon.</p>
<p><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" />Sie können Rima auf <a href="https://twitter.com/RimaMarr" target="_blank">Twitter</a> folgen und sie unter @RimaMarr kontaktieren.</p>
<p title="picto_lien">© Foto Rima Marrouch: <a href="http://www.facebook.com/EverydayRebellion" target="_blank">Everyday Rebellion</a>, ein Dokumentarfilm und Cross-Media Projekt über die Kraft des kreativen, gewaltlosen Widerstandes und den modernen zivilen Ungehorsam</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-syrischer-k%c3%bcnstler-zeichnet-die-fehler-eines-gespaltenen-landes/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Razan Ghazzawi: &#8220;Wegzugehen oder nicht wegzugehen, scheint die Frage zu sein&#8221;</title>
		<link>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-wegzugehen-oder-nicht-wegzugehen-scheint-die-frage-zu-sein-2/</link>
		<comments>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-wegzugehen-oder-nicht-wegzugehen-scheint-die-frage-zu-sein-2/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Oct 2012 09:20:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>st-multimedia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen aus Syrien - Blog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://monde-arabe.arte.tv/?p=22123</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Der Kampf hat ein zermarterndes Stadium erreicht. Wessen Knochen werden zuerst brechen?&#8221; &#8220;Märtyrer&#8221;* Bassel Shehada (gefallener Rebell). Das große Gesprächsthema auf den Straßen Syriens ist momentan, dass jeder weggeht: Die Familien, Geschäftsleute und vor allem, die Aktivisten. Es ist schon so weit, dass viele in Syrien wütend sind auf ihre Freunde, die das Land verlassen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;<em>Der Kampf hat ein zermarterndes Stadium erreicht. Wessen Knochen werden zuerst brechen?&#8221;</em> &#8220;Märtyrer&#8221;* Bassel Shehada (gefallener Rebell).<img title="Lire la suite…" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-22123"></span></strong></p>
<p>Das große Gesprächsthema auf den Straßen Syriens ist momentan, dass jeder weggeht: Die Familien, Geschäftsleute und vor allem, die Aktivisten. Es ist schon so weit, dass viele in Syrien wütend sind auf ihre Freunde, die das Land verlassen haben oder sich überlegen, die Revolution an diesem schwierigen Punkt zu verlassen. Manche sehen diese Überlegungen wegzugehen als Verrat an Syrien an.</p>
<p>&#8220;<em>Machen wir uns nichts vor. Diejenigen, die Syrien verlassen, haben entweder gute Beziehungen oder es sind wohlhabende Familien. Syriens Wirtschaft verschlechtert sich. Wenn man sich heute ein Ticket leisten kann, um woanders Geld auszugeben, heißt das, dass man auch genügend Geld dafür hat</em>&#8220;, sagte Somayya, dessen Freunde nach und nach das Land verlassen oder vor den Inhaftierungskampagnen des Regimes flüchten.</p>
<p>&#8220;<em>Das Regime drängt die Jugend vorsätzlich aus dem Land. Die Namen einiger Aktivisten standen auf den Fahndungslisten an den Grenzen, aber das hat sich geändert. Das Regime lässt Fahndungslisten von tausenden Aktivisten durchsickern. Sie bekommen Angst und denken ans Fliehen. Aber das Regime will, dass wir fliehen und deshalb sollten wir bleiben. Ich denke, allein hierzubleiben ist schon eine Form von Widerstand</em>&#8220;, bekräftigt Sumayya leise, &#8220;<em>wegzugehen heißt, man gibt sich geschlagen</em>&#8220;.</p>
<p>Maya, Sumayyas Freundin, weigert sich ebenfalls, in diesem entscheidenden Moment, Syrien zu verlassen: &#8220;<em>Ich denke nicht daran, wegzugehen. Warum sollte ich? Ja, es ist gefährlich und es wird sich noch verschlimmern, aber genau deswegen muss ich bleiben. Ich muss vorsichtig sein, immer aufpassen, immer Decknamen benutzen und Software, die meine Anonymität gewährleistet. Dann dürfte mir nichts passieren. Wenn etwas schief geht, dann sollte es wohl so sein.&#8221;</em></p>
<p>Ismail ist ein 20-jähriger Aktivist, der vor zehn Monaten in den Libanon geflohen ist, nachdem bei einem Verhör von inhaftierten Freunden sein Name von Sicherheitskräften genannt wurde. Ich fragte ihn, wie es sich anfühlt, zwar Revolutionär zu sein, aber nicht zu Hause zu sein? Er antwortete folgendermaßen:</p>
<p>&#8220;<em>Jedes Mal, wenn ich betrunken bin, träume ich davon, zurückzukehren, aber wenn ich wieder nüchtern bin, fallen mir immer vernünftige Gründe ein, warum ich es nicht tun sollte. Ich fühle mich schuldig. Je mehr Gewalt das Regime ausübt, umso schuldiger fühle ich mich, wenn ich an die &#8220;Märtyrer&#8221; (die gefallenen Rebellen) denke. Ich glaube, dass Not Menschen vereint. Wenn man unter Beschuss ist, wird man ständig daran erinnert, warum diese Revolution überhaupt begonnen wurde. Wenn man nicht mehr Zeuge dieser Gewalt ist, sie nicht mehr selbst erfährt, erinnert es einen nur daran: dass man ein weggelaufener Revolutionär ist</em>.&#8221;</p>
<p>Ich fragte Ismail, warum er sich schuldig fühlt, wenn seine Flucht nur dazu diente, sein Leben zu schützen. Er antwortete: &#8220;<em>Ich habe um diese Revolution gebeten, ich glaubte an sie, schon lange bevor sie anfing. Und jetzt habe ich die Arbeiterschicht ihrem Schicksal überlassen</em>.&#8221;</p>
<p>Wegzugehen oder nicht wegzugehen bleibt weiterhin die Frage für viele Aktivisten, die für eine Lösung kämpfen. Darf ich mein Leben weiterleben, während jeden Tag dutzende sterben? Darf ich mir eine neue Arbeit suchen, ein neues Leben, eine Zukunft, obwohl viele junge Menschen getötet wurden, weil sie es wagten, in ihrem Land eine Zukunft aufbauen zu wollen? Gibt es ein Zuhause in einem anderen Land?</p>
<p>Nach diesen Fragen möchte ich den Artikel mit den Versen von Mahmoud Darwisch beenden:</p>
<p> Ich gebe mein Foto meiner geliebten Frau:</p>
<p>&#8220;<em>Wenn ich sterbe, häng es an die</em> <em>Wand</em>&#8220;.<br />Sie fragt: &#8220;<em>Gibt es denn eine </em><em>Wand</em><em> dafür</em>?&#8221;<br />Ich antworte: &#8220;<em>Wir</em><em> werden eine Wand dafür </em><em>bauen</em><em>.&#8221;<br />&#8220;Wo? In welchem </em><em>Haus</em><em>?&#8221;<br />&#8220;Wir werden ein Haus dafür bauen.&#8221;<br />&#8220;Wo, auf welchem Land im Exil?&#8221;</em></p>
<p><strong><em>(Mahmoud Darwisch)</em></strong></p>
<p> <a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/Razan_Artikel.jpg"><img title="Razan_Artikel" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/Razan_Artikel.jpg" alt="" width="600" height="564" /></a></p>
<p><em>Foto: Graffiti eines anonymen Künstlers aus Syrien mit folgendem Wortlaut: &#8220;Ein Land ist kein Hotel, das man bei schlechtem Service verlassen kann – wir werden durchhalten.&#8221;</em></p>
<div>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><em><strong>* </strong></em><em>(A.d.Ü.: Die oppositionellen Kämpfer bezeichnen ihre gefallenen Kameraden als &#8220;Märtyrer&#8221;, also in etwa &#8220;gefallene Rebellen&#8221;)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p> <em><strong><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" /><a href="../de/category/journal-2-0-de/notizen-aus-syrien-blog/">Notizen aus Syrien – Lesen sie weitere Blogeinträge von Rima Marrouch und Razan Ghazzawi für ARTE</a></strong></em></p>
<hr />
<p><strong><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/razan1.jpg"><img class="alignleft" title="razan" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/razan1.jpg" alt="" width="180" height="234" /></a>Razan Ghazzawi</strong>ist eine 32-jährige syrische Bloggerin aus Damaskus. Sie setzt sich für die Menschenrechte ein, nicht nur in ihrem Heimatland Syrien, sondern in der ganzen arabischen Welt und darüber hinaus.</p>
<p> Sie ist zwei Mal vom Assad-Regime verhaftet worden und steht nun vor einem Militärgericht. Razan hat Anglistik studiert und 2011 ihren Master in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Universtität Balamand gemacht. Vor einigen Jahren begann sie unter dem Namen &#8220;Golaniya 7&#8243; zu bloggen, doch vor 5 Jahren entschied sie sich, unter ihrem richtigen Namen zu schreiben. Kürzlich hat sie den &#8220;Front Line Defenders&#8221;-Preis 2012 für Menschenrechtler erhalten.</p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien38.gif"><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien38.gif" alt="" width="30" height="30" /></a>Man kann Razan auf<em> <a href="https://twitter.com/#%21/search/RedRazan" target="_blank">Twitter</a></em> folgen unter <em></em><a href="https://twitter.com/RedRazan">@RedRazan</a> oder direkt auf ihrem Blog kommentieren unter <a href="http://razanghazzawi.org/">razanghazzawi.org</a></p>
<p><em><a href="http://www.facebook.com/EverydayRebellion" target="_blank"><br /></a></em></p>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-wegzugehen-oder-nicht-wegzugehen-scheint-die-frage-zu-sein-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rima Marrouch: &#8220;Eine junge Syrerin, zwischen Familie und Revolution&#8221;</title>
		<link>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-eine-junge-syrerin-hin-und-hergerissen-zwischen-familie-und-revolution-2/</link>
		<comments>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-eine-junge-syrerin-hin-und-hergerissen-zwischen-familie-und-revolution-2/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 25 Sep 2012 14:20:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>st-multimedia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen aus Syrien - Blog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://monde-arabe.arte.tv/?p=21933</guid>
		<description><![CDATA[Ich traf Loubna Mrie in einem kleinen Restaurant im türkischen Antakya, das genau an der Stelle des antiken Antiochia liegt. Mit ihrem gelockten Haar, dem ärmellosen Shirt und dem Palästinensertuch auf den Schultern würde sie auch auf jeden Uni-Campus  und jede Großstadt der Welt passen. Doch Mrie ist keine junge Frau wie jede andere. Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich traf Loubna Mrie in einem kleinen Restaurant im türkischen Antakya, das genau an der Stelle des antiken Antiochia liegt. Mit ihrem gelockten Haar, dem ärmellosen Shirt und dem Palästinensertuch auf den Schultern würde sie auch auf jeden Uni-Campus  und jede Großstadt der Welt passen. Doch</strong><strong> Mrie ist keine junge Frau wie jede andere. Sie steht zwischen den beiden Fronten einer Rebellion, die ihr Land und ihre Familie auseinandergerissen hat.<img title="Lire la suite…" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-21933"></span></strong></p>
<p>Dass sie in Gefahr ist, wurde klar, als ihr Vater, ein hochrangiger Funktionär beim syrischen Luftwaffengeheimdienst, einen Haftbefehl gegen sie ausstellte. Sie erhielt einen Anruf ihrer Mutter: <em>&#8220;Verlass sofort das Land, dein Name wird bald an allen Grenzübergängen bekannt sein&#8221;.</em></p>
<p>Im August verschwand ihre Mutter. Mrie glaubt, dass sie von den syrischen Sicherheitskräften festgehalten wird, seit ein Video mit Mrie an der Seite syrischer Rebellen online kursierte.</p>
<p>Ein einziges Mal nach vielen Versuchen gelingt es ihr, ihre Mutter telefonisch zu erreichen.</p>
<p><em>&#8220;Sie sagte zu mir:‘Ich muss operiert werden, komm zurück nach Hause.&#8217; Das war seltsam, weil gerade meine Mutter darauf gedrängt hatte, dass ich das Land verlasse.&#8221;</em></p>
<p>Trotz ihrer Herkunft aus einer reichen und mächtigen Alewitenfamilie schloss sich Mrie dem Protest an und wurde in ihrer Heimatstadt und ihrer Familie zur Geächteten. Sie verließ die Hauptstadt und demonstrierte weiter in Barzeh, einem Vorort von Damaskus und einer Hochburg des regimekritischen Protests.</p>
<p><em>“Ich stellte bald fest, dass auch Angehörige meiner eigenen Sekte auf mich schossen&#8221;</em>, sagt sie.<em> &#8220;Es war der 9. November 2011. Wir demonstrierten in Barzeh, als die Schabiha aus einer nahegelegenen Alewitenstadt kam und das Feuer eröffnete. Neun junge Männer wurden getötet, einer davon vor meinen Augen. Ich versteckte mich und fragte mich die ganze Zeit: &#8216;Wenn sie wüssten, dass ich Alewitin bin, würden sie dann auch versuchen, mich zu töten?!&#8221;</em></p>
<p>Die syrische Gesellschaft ist zunehmend polarisiert, und Mrie glaubt, dass das Sektierertum gerade durch das Totschweigen bedingt ist. Wenn Mrie bei den Demonstrationen in Syrien zum Megafon griff, stellte sie sich der Menge stets als Alewitin vor. Die Menge reagierte darauf mit einem bekannten Sprechgesang über die Einigkeit des syrischen Volkes.</p>
<p><em>“Hafiz al-Assads Politik hat uns so weit gebracht,”</em> sagt sie. <em>“Wir lebten in der irrigen Vorstellung, nicht über die Sekten sprechen zu dürfen. Immer wieder wurde uns gesagt: &#8216;Wir sind alle Syrer, das solltet ihr betonen, nicht eure Sektenzugehörigkeit.&#8217; Ist ja alles gut und schön, aber die Minderheiten müssen auf die Straße gehen.&#8221;</em></p>
<p>Genauso wie sie findet, dass Syriens Kinder nicht für die Überbleibsel aus der Vergangenheit bestraft werden sollten, hält es Mrie für falsch, dass ihre Mutter für ihre Überzeugungen herhalten soll. Sie startete deshalb eine Kampagne zur Befreiung ihrer Mutter und gab darüber auch Presseinterviews.</p>
<p><em>&#8220;Sie hat es nicht verdient, verhaftet zu werden, nur weil sie mich im Geist der sozialen Gerechtigkeit und des Mitgefühls aufgezogen hat&#8221;,</em> sagt sie.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Foto: Das Bild wurde im April 2012 in Amuda, Qameshli, vor der Freitagsdemonstration aufgenommen. Mrie trägt neben der syrischen Flagge auch die kurdische, um die Schultern.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p> <em><strong><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" /><a href="../de/category/journal-2-0-de/notizen-aus-syrien-blog/">Notizen aus Syrien – Lesen sie weitere Blogeinträge von Rima Marrouch und Razan Ghazzawi für ARTE</a></strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><strong><strong><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/rima_bio1501.jpg"><img class="alignleft" title="rima_bio150" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/rima_bio1501.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></strong></strong><strong>Rima Marrouch</strong> ist freie Journalistin mit einem syrischen und einem polnischen Elternteil. Aufgewachsen ist sie im Homs der 90er Jahre, als die Stadt noch ein friedlicher Ort war. Sie berichtete aus Lybien und Syrien für die LA Times und arbeitet für das <a href="http://cpj.org/mideast/" target="_blank">„Committee to Protect Journalists/Middle East and North Africa Program“</a>. Heute lebt sie in Beirut, im Libanon.</p>
<p><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" />Sie können Rima auf <a href="https://twitter.com/RimaMarr" target="_blank">Twitter</a> folgen und sie unter @RimaMarr kontaktieren.</p>
<p title="picto_lien">© Foto Rima Marrouch: <a href="http://www.facebook.com/EverydayRebellion" target="_blank">Everyday Rebellion</a>, ein Dokumentarfilm und Cross-Media Projekt über die Kraft des kreativen, gewaltlosen Widerstandes und den modernen zivilen Ungehorsam</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://monde-arabe.arte.tv/de/rima-marrouch-eine-junge-syrerin-hin-und-hergerissen-zwischen-familie-und-revolution-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Razan Ghazzawi: “Wie in Damaskus aus friedlichen Demonstranten humanitäre Helfer wurden&#8221;</title>
		<link>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-%e2%80%9cwie-in-damaskus-aus-friedlichen-demonstranten-humanit%c3%a4re-helfer-wurden/</link>
		<comments>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-%e2%80%9cwie-in-damaskus-aus-friedlichen-demonstranten-humanit%c3%a4re-helfer-wurden/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 Sep 2012 13:06:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>st-multimedia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen aus Syrien - Blog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://monde-arabe.arte.tv/?p=21671</guid>
		<description><![CDATA[“Seit Beginn des neuen Schuljahrs räumt das Regime die Schulen von Zwangsmigranten. Wohin mit diesen Menschen ohne Obdach, nachdem die Regierung ihre Städte und Viertel zerbombt hat? Angesichts der Ereignisse fühlt man sich permanent hilflos. In Douma, einem Vorort von Damaskus, gibt es Familien, die von 20 US-Dollar im Monat leben &#8211; 20 US-Dollar! Assad [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>“Seit Beginn des neuen Schuljahrs räumt das Regime die Schulen von Zwangsmigranten. Wohin mit diesen Menschen ohne Obdach, nachdem die Regierung ihre Städte und Viertel zerbombt hat? Angesichts der Ereignisse fühlt man sich permanent hilflos.<span id="more-21671"></span></em></strong></p>
<p><em>In Douma, einem Vorort von Damaskus, gibt es Familien, die von 20 US-Dollar im Monat leben &#8211; 20 US-Dollar! Assad spricht von Zugeständnissen, schön und gut &#8211; aber das sind syrische Bürger, die obdachlos geworden sind – fällt das etwa nicht in die Verantwortung des Staates? Die syrische Regierung stiehlt sich aus der Verantwortung gegenüber ihren Bürgern und führt stattdessen Krieg gegen sie.&#8221;</em></p>
<p>Ruba, Mitarbeiterin einer NGO in Syrien, erklärt uns, wie die dramatische Notlage der Zwangsmigranten viele friedliche Revolutionäre dazu zwingt, humanitäre Hilfe zu leisten.</p>
<p><em>“Das Regime führt mit voller Absicht eine humanitäre Krise herbei und zwingt die Aktivisten, darauf zu reagieren.&#8221;</em></p>
<p><a href="http://www.nytimes.com/2012/09/12/world/middleeast/relief-crisis-grows-as-refugees-stream-out-of-syria.html?_r=1" target="_blank">Internationalen Hilfsorganisationen</a> zufolge bekommen 2 Millionen Syrer nicht die Hilfe, die sie dringend bräuchten. Eine UN-Hilfsmission für Homs stellte kürzlich fest, dass über eine halbe Million Menschen hilfsbedürftig sind – sie benötigen medizinische Versorgung, Wasser oder Nahrung. <a href="http://www.lccsyria.org/category/relief-work/reports-relief-work" target="_blank">Der LCC Relief Report</a> (Hilfsbericht der lokalen Koordinationskomitees) vom Juli 2012 hat gezeigt, dass Spenden vorwiegend von syrischen Bürgern stammen. Das wirft die Frage auf, ob internationale Hilfsgruppen oder die so genannten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Friends_of_Syria_Group" target="_blank">&#8220;Freunde Syriens&#8221;</a> ihren Worten auch wirklich Taten folgen lassen.<br />Ruba spendet einen Teil ihres monatlichen Einkommens, fühlt sich aber nach wie vor ohnmächtig angesichts der Vielzahl bedürftiger Familien. Wir unterhielten uns darüber, wie die Rollenverteilung in der Revolution zunehmend durch den Sozialstatus bestimmt wird. Während die humanitären Helfer zumeist aus der Mittelschicht stammen, gehören die Revolutionäre vorwiegend der Arbeiterklasse an.<br /> <br /><em>“Uns Angehörigen der Mittelschicht ging es unter Assads Regime sehr gut. Wir profitierten von einem deutlich höheren Service und wussten, dass sich unsere wirtschaftliche Lage verbessert hatte, allerdings auf Kosten der Arbeiterklasse. Die heutigen Anführer der Revolution wurden vorher vom Staat vernachlässigt. Sie verloren ihre Jobs und ihre Wohnungen und sind jetzt in Parks und Schulen untergebracht, wo sie auf die Hilfe der Mittelschicht angewiesen sind. Wir spielen in dieser Revolution eine ganz andere Rolle als sie. Wir haben viele Privilegien zu verlieren, sie nicht. Wir sind eine verlogene Bande.</em>&#8221; Ruba lehnt ihren Kopf gegen das Sofa und sieht zu, wie Wassertropfen aus ihrer Klimaanlage auf den Wohnzimmerboden tropfen.</p>
<p>Omar war früher in Demonstrationen und Revolutionskomitees aktiv. Er wurde humanitärer Helfer, als die Revolution in die bewaffnete Phase eintrat. Omar wurde erst vor kurzem vom <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Air_Force_Intelligence_Directorate" target="_blank">Luftwaffengeheimdienst</a> freigelassen – fast zweieinhalb Monate war er dort gefoltert worden, ohne jegliche Verbindung nach außen.</p>
<p><em>“Es hat eine Weile gedauert, bis ich begriffen habe, dass die Bedrohung wöchentlich zunimmt &#8211; vor allem nach dem Anschlag auf das Gebäude der <a href="http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2012/07/20127189355415804.html" target="_blank">Nationalen Sicherheitsbehörde</a>. Die Kontrollpunkte wurden unerträglich, Überfälle und Verhaftungen nehmen zu, Inhaftierungen sind <a href="http://www.amnesty.org/en/news/syria-detained-medics-killed-brutal-bid-silence-dissent-2012-06-26" target="_blank">lebensbedrohlich</a> geworden. Vorher konnte ich Reis und Zucker in großen Mengen kaufen, um Migrantenfamilien zu helfen, und niemand schöpfte Verdacht, aber das geht jetzt nicht mehr.&#8221;</em> Omar zieht an seiner Zigarette und reibt sich seine Stirn,<em> &#8220;Ich habe meine Arbeit gekündigt – ich will nicht mehr dafür verhaftet werden, dass ich Reis kaufe.&#8221;</em></p>
<p>Vielen friedlichen Aktivisten kommt es so vor, als käme ihr Engagement als humanitäre Helfer der Regierung sehr gelegen, weil sie dies von revolutionären Arbeit abhält. Ruba, Omar und viele andere haben erkannt, dass humanitäres Engagement nicht mehr die Aufgabe einzelner Freiwilliger ist, sondern grundsätzlich notwendig. Die Syrer kämpfen allein gegen die brutalste Militärdiktatur in der Region. Vielleicht kann die Welt &#8211; vor allem die Länder und Einzelpersonen, die die <a href="http://stream.aljazeera.com/story/fractured-revolution-0022335" target="_blank">freie syrische Armee</a> fürchten &#8211; hier ansetzen und die humanitäre Krise eindämmen. Das würde die friedliche Seite der Revolution definitiv wiederaufleben lassen.</p>
<p>*Alle Namen der im Artikel genannten Personen wurden aus Sicherheitsgründen für die Interviewten geändert.</p>
<p><em>Foto: Eine Gruppe von Syrern flieht vor der Gewalt in ihrem Land und bewegt sich auf die türkische Grenze bei Reyhanli zu. (AP)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien52.gif" alt="" width="30" height="30" /><a href="../de/category/journal-2-0-de/notizen-aus-syrien-blog/">Notizen aus Syrien – Lesen sie weitere Blogeinträge von Rima Marrouch und Razan Ghazzawi für ARTE</a></strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><strong><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/razan1.jpg"><img class="alignleft" title="razan" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/razan1.jpg" alt="" width="180" height="234" /></a>Razan Ghazzawi</strong>ist eine 32-jährige syrische Bloggerin aus Damaskus. Sie setzt sich für die Menschenrechte ein, nicht nur in ihrem Heimatland Syrien, sondern in der ganzen arabischen Welt und darüber hinaus.</p>
<p> Sie ist zwei Mal vom Assad-Regime verhaftet worden und steht nun vor einem Militärgericht. Razan hat Anglistik studiert und 2011 ihren Master in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Universtität Balamand gemacht. Vor einigen Jahren begann sie unter dem Namen &#8220;Golaniya 7&#8243; zu bloggen, doch vor 5 Jahren entschied sie sich, unter ihrem richtigen Namen zu schreiben. Kürzlich hat sie den &#8220;Front Line Defenders&#8221;-Preis 2012 für Menschenrechtler erhalten.</p>
<p><a href="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien38.gif"><img class="alignleft" title="picto_lien" src="http://monde-arabe.arte.tv/wp-content/uploads/picto_lien38.gif" alt="" width="30" height="30" /></a>Man kann Razan auf<em> <a href="https://twitter.com/#%21/search/RedRazan" target="_blank">Twitter</a></em> folgen unter <em></em><a href="https://twitter.com/RedRazan">@RedRazan</a> oder direkt auf ihrem Blog kommentieren unter <a href="http://razanghazzawi.org/">razanghazzawi.org</a></p>
<p><em><a href="http://www.facebook.com/EverydayRebellion" target="_blank"><br /></a></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://monde-arabe.arte.tv/de/razan-ghazzawi-%e2%80%9cwie-in-damaskus-aus-friedlichen-demonstranten-humanit%c3%a4re-helfer-wurden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
<!-- This Quick Cache file was built for (  monde-arabe.arte.tv/de/category/journal-2-0-de/notizen-aus-syrien-blog/feed/ ) in 0.54644 seconds, on May 24th, 2013 at 2:44 pm UTC. -->
<!-- This Quick Cache file will automatically expire ( and be re-built automatically ) on May 24th, 2013 at 3:44 pm UTC -->