Die arabische Welt in Aufruhr

Ahlam Oun: „Die Bahrainer beten in den Ruinen der Moscheen, die vom Regime zerstört worden sind“

19 Juni

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Letzten Monat war Sabika Bint Ibrahim Alkhalifa, die Frau von Bahrains König Hamad Alkhalifa als Ehrengast bei der Feier der Religionsfreiheit, die auf dem Platz vor der Kathedrale Notre Dame abgehalten wurde.

Sabika, die im letzten Jahr für 66 Millionen Euro der Katholischen Kirche ein Anwesen in Paris abgekauft hat, sagte während der Feier: „Religionsfreiheit ist ein Recht, das in aller Welt heilig sein muss“ – doch die Bahrainer, die  gerade zusehen mussten, wie das Regime ihre Moscheen zerstörte, wissen sehr wohl: Längst nicht alles, was auf internationaler Ebene gepredigt wird, wird auch zuhause umgesetzt.

Die Proteste für mehr Demokratie wurden mit Hilfe des saudischen Militärs brutal niedergeschlagen, danach wollte die Regierung die Schiiten, die größte Bevölkerungsgruppe im Land, einschüchtern: Aus Rache für die Teilnahme an den Protesten zerstörten sie über 35 Moscheen und religiöse Einrichtungen in den schiitischen Dörfern. Polizei und Armee als Vertreter des Regimes waren vor Ort, um bei der Zerstörung zu helfen.

Das Video zeigt, wie Polizei und Militär in Bahrain die Moscheen zerstört, Vorher/Nachher-Bilder sowie Auszüge aus offiziellen Dokumenten über jede Moschee.

Trotz der entsetzlichen Ereignisse für die schiitischen Muslime in Bahrain und der Verschanzung der Sicherheitskräfte während der Ausübung des Polizeirechts geloben die Bahrainer, ihre historischen Moscheen mit Hilfe von freiwilligen Helfern wieder aufzubauen und weiterhin in den Ruinen zu beten – auch wenn sie dort kein Dach mehr über dem Kopf und auch keine Wände mehr an den Seiten haben.

Das Video zeigt einen alten Mann, der in den Ruinen der Moscheen in Bahrain betet – ungeachtet seines Gesundheitszustands und der Zerstörungswut, die gerade ihren Höhepunkt erreichte.

 


Ein Sunnit, der aus Solidarität neben einem Schiiten auf den Trümmern der zerstörten Moscheen betet.

Die Aufrufe, in den Ruinen zu beten und die zerstörten Moscheen wieder aufzubauen, wurden vom Regime nicht begrüßt. Es kündigte an, mit seinen rechtlichen und sicherheitstechnischen Maßnahmen dagegen anzukämpfen. Einige Wochen, nachdem die Menschen begonnen hatten, ihre Moscheen wieder aufzubauen, wurde Haftbefehl gegen sie erlassen und ein Verfahren eingeleitet. Zudem wurden Sicherheitskräfte ausgeschickt, die Tränengas und Lärmgranaten gegen die friedlich betende Menschenmenge einsetzen sollten.

Die Regierung nimmt die freiwilligen Helfer fest, die die Moscheen wieder aufbauen.

 

Das Video zeigt die Bahrainer beim Beten in den Ruinen der zerstörten „Kuwaikibat-Moschee“- die Polizei setzt Tränengas ein, die Menschen rufen „Gott ist der Größte“ und „Es ist Gebetszeit, es ist Gebetszeit“.

 

Die historische “Burbogy-Moschee”, auf deren Wand während des Wiederaufbaus  “Lang lebe der König” geschrieben wurde.

Das Regime von Bahrain schaffte es mit seinem Kampf gegen die Religionsfreiheit trotz ständiger Schikane und systematischer Diskriminierung nicht, den Willen des Volkes zu brechen. Die Menschen gelobten, das wieder aufzubauen, was ihnen gehört, ungeachtet aller Gefahren.

 

Ethüllungen aus Bahrain – Verfogen Sie Ahlam Oun’s Blog für ARTE

 

Legende des ersten Fotos : Die Bahrainer beten in den Ruinen der Moscheen, die vom Regime zerstört worden sind


LINKS
Der Bericht des Zentrums für Menschenrechte von Bahrain: „Diskriminierung und Beraubung der Religionsfreiheit in Bahrain
Beschreibung und Einzelheiten über manche der zerstörten Moscheen
Die zerstörten Moscheen in Bahrain in dem Bericht der unabhängigen Untersuchungskommission Bahrains, Abschnitt 1313
Facebookseite: Bahreïn Libre! Sit-in in Paris – Protestrufe gegen Königin Sabika in Paris


Sit-in in Paris – Protestrufe gegen Königin Sabika in Paris : “Stoppt die Unterdrückung, Folter und die Diktatur in Bahrain!”

 


Ahlam Oun ist eine bahrainische Jugendaktivistin und Bloggerin. Sie engagiert sich für Projekte zur Jugendförderung in den Bereichen ehrenamtliche Arbeit, öffentliche Meinungsäußerung und Führungsveranwortung. Sie ist die Begründerin von “Mumaya, Inspiring Youth” und war für “Search for Common Ground – Partners in Humanity” tätig.

Nach der Revolution vom 14. Februar in Bahrain startete Ahlam einen Blog unter ihrem richtigen Namen, nachdem sie seit 2008 anonym veröffentlicht hatte. Sie schreibt vorwiegend in Englisch, ihre Themenschwerpunkte sind Jugendrecht und Berichte über Ungerechtigkeit und Menschenrechtsverletzungen.

Ahlams Blog Making Noise
Ahlams Twitter-Account: @AhlamOun

 

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